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#08 Feldweg und Hochwasserschutz

Das Wetter soll heute Samstag, 7. Juli 2018, besser werden. Zu Beginn war aber nicht viel davon zu merken. Die Wolken hingen tief im Tal, die Temperatur mir 13 Grad kühl, der Boden nass und mit grossen Pfützen versetzt. Dazu kommt, dass meine Kleider nach dem gestrigen Dauerregen und der Wäsche im Hotelzimmer tatsächlich noch feucht waren und dies auch nicht wirklich ein wärmendes Gefühl auf der Haut verursachte.
Es ging also leicht schwitzend und dazu fröstelnd dem Inn entlang Richtung Hall – Volders – Schwaz. Und auf einmal fahre ich zwischen der Autobahn rechts und dem Inn links, auf einem Feldweg. Habe ich jetzt eine Abzweigung vom Radweg verpasst? Nein das Navi zeigt genau diesen Weg an. Nach ein paar Meter wird sicher wieder bessere Strasse kommen, wie immer. Denkste! Rechts Autobahn, links Inn und ich auf dem schüttelnden und ruckenden Feldweg, auf nassem Gras durch Pfützen und rutschigen Boden. Nach ein paar Kilometer immer noch gleich, rechts Autobahn, links Inn und ich auf dem Feldweg. Nun habe ich genug, Fahrrad samt Gepäck über die Leitplanke der Autobahn gemurkst und auf dem Pannenstreifen in die Richtung des Verkehrs los pedalt. Ach wie einfach rollt es sich auf dem Asphalt. Aber wieso hupen und Blinken die alle, ich bin ja auf dem Pannenstreifen und kein Hindernis. In diesem Moment weckt mich ein erneutes Schlagloch auf dem Feldweg aus meinem Tagtraum und ich fahre weitere Kilometer rechts die Autobahn, links der Inn und ich auf dem Feldweg. Alles hat ein Ende, so auch dieser Feldweg.
In Terfens sah ich ein „Denkmal“ welches auf die abgeschlossenen Hochwasserschutz Massnahmen hinweist (siehe Foto unten). Ganz spontan kam mir ein Telefongespräch aus dem Jahr 2015 mit unserer Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün (TVS) der Stadt Bern, Frau Ursula Wyss, in den Sinn. Ich hatte als Pikettoffizier Pikett und wieder einmal sind wir haarscharf an einem grösseren Hochwasser vorbeigeschrammt. Es war Ferienzeit, unser Direktor Reto Nause abwesend und so musste ich Frau Wyss über die getroffenen Feuerwehrmassnahmen rapportieren. Am Schluss des Gesprächs habe ich sie darauf angesprochen, dass seit dem verheerenden Hochwasser 2005 in der Altstadt immer noch keine festen und definitiven Massnahmen umgesetzt worden sind und sich alles auf die Feuerwehr und die Werke verlässt und dass diese ihren Job (wie immer) gut machen. „Keine Angst Herr Tschumi, nun kommt Bewegung in das Projekt und es dauert nicht mehr lange und die geplanten Massnahmen sind umgesetzt“. Ich erwiderte ihr, dass nun zehn Jahre seit dem Hochwasser 2005 verstrichen sind, es sicher noch etliche Jahre gehen wird bis das Projekt umgesetzt ist und ich vermutlich bei der Umsetzung längstens pensioniert sein werde. Wir haben nun drei Jahre später und wo steht der Hochwasserschutz der Stadt Bern?
Wieso sind mir diese Gedanken überhaupt gekommen? Ganz einfach, das Monument am Strassenrand hat mir einmal mehr gezeigt, dass wenn der Wille zur Umsetzung da ist, man (oder Frau) es auch umsetzen kann. Vermutlich kann man sich in der Stadt Bern kein Denkmal setzen lassen und das ist das Problem (habe fertig).
Mit gelösten Emotionen ging es weiter nach Buch – Strass – Breitenbach – Wörgel.
In Wörgel wollte ich ursprünglich Nachthalt machen, es rollte aber gerade so gut, da fuhr ich weiter. Der Weg führte nun weg von der Inn und das Gelände begann zu steigen. Bis ich nach 200 zusätzlichen Höhenmeter und total 79 Tages-Kilometer um 14:30 Uhr in Söll, im Hotel Fuchs für die Nacht eincheckte.

 

Ein paar Zahlen:
79 km gefahren
zuerst bewölkt, dann immer besser
13°C min. Temp
30°C max. Temp
19°C durchsch. Temp
326 m positive Höhendifferenz
161 m negative Höhendifferenz
15.7 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
33.3 km/h max. Fahrgeschwindigkeit

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Kommentare: 3
  • #1

    Emanuel (Samstag, 07 Juli 2018 23:12)

    Gutes Trocknen und gut geschrieben. Habe zweimal die Passage wegen dem Autobahnfahren lesen müssen um zu sehen ob ich was falsch verstanden habe, bis ich weitergelesen und begriffen habe ;) Und das mit dem Hochwasserschutz ist leider menschlich. Erst wenn du jemandem direkt auf den Fuss stehst und ihm sagst "gell das tut weh", dann beginnt er nach einer Lösung zu suchen - das Spannende ist, wie man diesen "Schmerz" provozieren kann, wenn man eine Lösung vor dem erneuten Auftreten des Problems braucht...

  • #2

    Wenger Elisabeth (Sonntag, 08 Juli 2018 08:55)

    Ja da fragt man sich schon an was das wohl liegen mag. ☹️☹️☹️. In einem
    anderen Land kann so schnell etwas realisiert werden und in der Schweiz "harz" es so����. Betr. Feld und Waldwege haben wir auch unsere
    Erfahrungen gemacht����. Wir wüschen weiter eine angenehme Tour mit viel schönen Ueberraschungen. Elisabeth und Franz

  • #3

    Pesche Zbinden (Sonntag, 08 Juli 2018)

    Ja Tinu, tolle Leistung und coole Kommentare. HW Schutz Bern absolut ins Schwarze getrroffen ;-)
    Gute Weiterfahrt !!!